Landsberg im 19.Jahrhundert - Landsberger Stadtführungen

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Landsberg im 19.Jahrhundert

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Landsberg im 19. Jhdt.:

Mit Beginn des 19.Jhdt. dem Ende der Franzosenkriege (1796 bis 1815), lebten aufgrund durchziehender Truppe und Plünderungen, sowie dem Ende der Säkularisation (Aufhebung der geistlichen Fürstentümer und Reichsstädte) um die Jahrhundertwende nur mehr an die 2600 Einwohner in der Stadt. Landsberg erlebte den Niedergang als einer einst reichen Stadt, verlor seine Bedeutung als Grenzfunktion (Bayern/Schwaben), womit auch auch die militärische Bedeutung erlosch. Die Neuorganisation Bayern als eigenständiges Königreich, der Gebietszuwachs von Schwaben an Bayern, machte aus einer ehemaligen Grenzstadt eine Stadt mitten im Staatsgebiet. 1816 war dann ein Schreckensjahr, das aufgrund von Unwettern, Mißernten, eine schreckliche Hungersnot auslöste. Preise für Lebensmittel stiegen in unbezahlte Höhe. 1829/30 ließ die Stadt dann um Hungersnöten vorzubeugen, wegen dem zurückgegangenen Salzhandel den nicht mehr benötigten Herzogstadel zum Getreidedepot umbauen.

1826 wurden dann durch eine Visitation die Sanierung stark vernachlässigter Häuser der Kranken- und Altenpflege erforderlich. Dr. Friedrich Wacker, war der 1. studierte Mediziner, der als Hausarzt in Landsberg wirkte. Ihm verdankt die Stadt eine grundlegende Gesundheitsreform - vor allem zur Eindämmung der Kindersterblichkeit, durch seine Wasser-/Abwasserverordnung.

Als 1853 die Eisenbahnlinie von München nach Lindau fertiggestellt wurde, gelang es Bürgermeister Johann-Georg Arnold, zusammen mit dem Gremium eines Eisenbahn-Kommittee's, und den in Landsberg geborene Otto Ritter von Kühlmann, durch vielerlei Verhandlungen, dass Landsberg ebenso seinen Bahnanschluß an die Hauptlinie Mü-/Pasing-Buchloe bekam.

Karl von Leoprechting (1818-1864) ursprünglich in Mannheim geboren, wirkte durch sein Interesse an historischen und volkskundlichen Themen. 1855 verfasste er sein bekanntestes Werk aus dem Lechrain - "Zur deutschen Sitten- und Sagenkunde", das heute noch als Musterwerk der deutschen Sitten- und Sagenforschung gilt. Dadurch führte er Gebräuche, Feste und Lebensweisen in die regionale Kulturgeschichte ein.

Auch ein bedeutender Künstler - Sir Hubert Herkomer (1849-1914) wirkte zeitweise in dieser Stadt, bevor er seine Heimat nach England verließ. Dieser lies zwischen 1884-1888 zu Ehren seiner Mutter eines der Wahrzeichen Landsberg - den "Mutterturm" errichten, in dem heute ein Museum eingerichtet ist.Er war ein bedeutender Förderer der Künste, als auch der aufkommenden Automobile mit Beginn des 20.Jhdts. Ihm zu Ehren findet auch alljährlich die "Herkomer"- Oldtimer-Mobil-Ralley stadt.  

Mit dem Ende des 19.Jhdt. war die Anzahl aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwunges von ursprünglich 2.600 auf ca. 5.000 Einwohner gewachsen, womit sich dann die positive wirtschaftliche Entwicklung zum Beginn des 20.Jhdt. bis zum Ausbruch des 1.Weltkrieges (1914) fortsetzte.


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